Zeitsicht Art Award
2006

Julia Wegat

Die Preisträgerin

Julia Wegat

1969
  • Dortmund
2001
  • Diplom; Akademie der bildenden Künste München (Schönheitengalerie), Studium bei Ben Willikens, Christo & Jeanne-Claude (Wrapped Floors and Stairways and Covered Windows), Gottfried Helnwein
Preise und Auszeichnungen
2005/2006
  • Bayerisches HWP Stipendium (Totenprojekt)
2005
  • Filmfest München; bayerischer Filmpreis »weißer Elefan« für SPIT
Ausstellungen
2016
  • Verfassungsbeschwerde gegen das Bilderverbot, hört bis zur hoffentlich vollständigen Rehabilitation auf zu malen
2015
  • LIBERTAS HAUS blog
2014/15/16
  • Amtsgericht/Landgericht Halle/Saale Verbot eines der Bilder aus der Reihe Märchenbilder
2015
  • JVA Magdeburg, männerraum-frauenraum
2013
  • Willi Sitte Galerie Merseburg
2013
  • Villa Rabe, Halle/Saale, Märchenbilder
2010
  • libertas haus
  • Umzug nach Sachsen-Anhalt und Rekonstruktion eines Gutshofes aus dem 19.Jahrhundert,
  • sowie dessen Geschichte im Projekt „libertas haus“ als work-in-progress
2009
  • Kaufempfehlung der Financial Times Deutschland für Arbeiten aus der Serie „wendy“
2008
  • staatliches Museum für Völkerkunde München; „asylum“
2008
  • Messner Mountain Museum, Bozen
2008
  • galerie kunstraum erlangen; „freunde und nachbarn“
|2007
  • Messner Mountain Museum Ortles, Einzelausstellung „requiem
2006
  • Schirn Kunsthalle, Frankfurt, SPIT im Rahmen der Ausstellung »Die Jugend von heute«
2006
  • JVA Aichach, frauenraum
2005
  • Galerie Kunstraum Erlangen »Fremde heimat«, Katalog
2004
  • Stadtmuseum München; »Ben-Jakov-paintings«, Katalog
  • 2003
  • Kloster St.Vinzent, Hildesheim, »Frau für’s Leben« Galerie Kunstraum Erlangen
2002
  • Herkulessaal München, »Ben-Jakov-paintings«; Glyptothek München; zur langen Nacht der Museen, Performance »alter ego«
2001
  • Schloß Nymphenburg, München, „Schönheitengalerie“
1997
  • Kunstbunker Tumulka, München, Ausstellung und Performance »transit«, Katalog;
  • Wolnzach; Performance »Und mit uns die Glückseligkeit«, Katalog
1995
  • Galerie guth-maas & maas, Reutlingen, Videoinstallation M, Katalog
1994
  • Friedr. Naumann Stiftung, Bonn; Performance »Blick zurück auf glücklose Freunde«, Katalog

Laudatio

Das Leitmotiv für den fünften hauserconsulting Kunstpreis Zeitsicht hieß »Entwicklung und Veränderung«. Die Münchner Künstlerin Julia Wegat hat in ihrem Bilderzyklus »Fremde Heimat« dieses Thema auf ebenso überraschende wie überzeugende Weise gestaltet: Die einzelnen Arbeiten tragen den Namen von Blumen: Dahlia, Jasmin, Chrysanthema – vertraute Zierpflanzen in unseren Gärten. Doch kaum jemandem ist heute noch bewusst, dass sie ursprünglich aus dem Orient stammen und bei uns erst heimisch werden mussten. Auf den Bildern betrachten uns junge Migranten, deutsch-türkische Jugendliche aus Neuperlach, mit denen Julia Wegat zuvor den Film »Spit« realisiert hat. Fremdartig und vertraut, skeptisch und selbstbewusst, fordernd und bittend blicken diese jungen Menschen auf ihre »Fremde Heimat«. Der Film »Spit« erhielt auf dem Münchner Filmfest 2005 den Bayerischen Sonder-Medien-Preis. Die Künstlerin malt die Porträts zunächst fotorealistisch auf groben Dekostoff. Dessen ornamentale Struktur bleibt teilweise in den Portraits sichtbar. Danach findet ein allmählicher Prozess der Übermalung mit lasierenden hellen Farbschichten statt. Das Leitmotiv von Entwicklung und Veränderung wird so nicht nur thematisch, sondern auch im Arbeitsprozess und bei der Auswahl der Maltechnik sichtbar.